Angelika von Dina und Shari


Angelika von Dina und Shari
Alter: jaaa…., naja…., über 50
Herkunft: Nordhessen
Wohnort: Hameln (das mit dem Rattenfänger)



Also eigentlich fing alles mit dem holzwollgefüllten Foxterrier an, den ich mit zwei Jahren bekam und so „abgeliebt“ habe, dass meine Mutter ihm eine „Hose“ um sein Hinterteil stricken musste. Bis zum ersten Familienhund dauerte es dann aber noch sechs Jahre. Mein Vater brachte eines Tages – unangekündigt – einen sechs Monate alten Dackel - Strolch - mit nach Hause. Meine Mutter meinte: „Entweder der Hund geht oder ich!“ Beide sind geblieben. Strolch hat sich in den folgenden dreizehn Jahren als „Sonntagsbratentopfbewacher“ unentbehrlich gemacht.



In meine erste eigene Wohnung konnte ich eine kleine verwaiste Katze – Pussy – vom Parkplatz nebenan aufnehmen. Sie war anhänglich und schmusig, fuhr gern mit im Auto und wusste während ihrer vierzehn Lebensjahre nicht, dass man mit Krallen kratzen könnte.
Mehrere Meerschweinchen und ein Wellensittich waren vor ihr sicher.
Pussy machte mich Katzenlaien glauben, alle Katzen seien so.
Ich sollte viel, viel später eines Besseren belehrt werden.
Und dann war es endlich so weit: Mein erster eigener Hund zog als achtwöchiges Baby im nassen, kalten Februar 1983 ein, heißgeliebt von meiner damals vierjährigen ersten Tochter und akzeptiert von der Katze.
Bunny war ein süßer Welpe, der zu einem riesigen Cocker wurde mit einem charmanten, aber sturen Dickschädel.



Sein Leben lang habe ich ihm nicht beibringen können, vernünftig an der Leine zu gehen oder im Auto mitzufahren, ohne dass ihm übel wurde. Aber er konnte schmusen ohne Ende … .



Ich habe ihn über alles geliebt, doch nach zehn Jahren musste ich ihn einschläfern lassen.
Damals habe ich mir geschworen: Nie wieder diese Traurigkeit, nie wieder einen Hund.
Aber die Leere in den folgenden Jahren konnte auch nicht von Besuchshunden und wieder einer Katze – Trixi – gefüllt werden, die schon im Alter von wenigen Wochen deutlich machte, dass sie kein Schmusetiger ist. Trixi fordert bis heute mit Nachdruck ihr Futter und ihre Freiheit.



Meine zweite Tochter bettelte im Laufe der Jahre immer wieder um einen Hund.
Schließlich versprach ich ihr einen, wenn sie zehn Jahre wäre und alt genug, sich auch darum zu kümmern.
Über Silvester 2001/02 machten wir Urlaub in Bulgarien. Und da war sie: Gucci!



Ein süßes Gesicht, glänzendes schwarzes Fell, nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechend (der Kopf zu klein für den Körper, die Beine zu dünn für den Bauch), aber sooo lieb.
Liebe auf den ersten Blick.
Sie pendelte zwischen den Hotels und wickelte fast alle Gäste um die Pfote.
Meine Tochter, damals neun Jahre und zehn Monate alt, drängte: „Mama, können wir sie nicht mitnehmen?
Bitteeee!
Langer Rede kurzer Sinn: Wir nahmen sie nach einer abenteuerlichen Fahrt im sommerbereiften Taxi über winterliche bulgarische Gebirgsstraßen auf der Jagd nach Tierarzt, Impfung, Pass, Visum, Transportbehälter, … drei Tage später im Flieger mit nach Hause.
Es war die wunderbarste Entscheidung, denn Gucci verhielt sich von Anfang an so, als wäre sie schon immer unser Hund gewesen.



Sie versteht sich sogar mit unserer „Kratzbürste“ Trixi.



Etwa gleichzeitig holte meine „Große“, die schon eine eigene Wohnung hatte, ihren Hund Felix aus dem Tierheim.



(Inzwischen hat sie drei! Und vier Katzen Und zwei Schildkröten. Ob´s an den Genen liegt?)
Bald wurden die „Kleine“ und ich Mitglieder im Hundeverein,



machten beide den Hundeführerschein mit Gucci und meine Tochter trainierte dann im Turnierhundesport mit ihr.



Aber Gucci ist ein „Mama-Hund“ und verließ die Hindernisbahn einige Male vor dem Ende, um mich zu suchen.
Ziemlich frustrierend für eine Dreizehnjährige.
Sie wollte aber gern auch im Verein und mit den anderen Jugendlichen aktiv sein und wünschte sich einen Hund, für den sie „Mama“ sein würde.
Wir verliebten uns in Dalmos Bild,,,,



mussten aber noch mehrere Monate mit der Entscheidung für ihn warten, weil Gucci plötzlich sehr krank wurde.
Als es ihr gut genug ging, haben wir „unseren großen Jungen“ Dalmo mit Steffi Ackermanns Hilfe am 23.07.05 bekommen.
Bis heute sind wir nichts als dankbar und glücklich darüber!
Ich bin stolz auf meine Teenie-Tochter, die in den folgenden zwei Jahren genug Liebe und Geduld aufbrachte, um dem verängstigten Dalmo eine verständnisvolle „Mama“ zu sein.
Dank Dalmos Hilfe, der mit seinem Frauchen anfangs einen geduldigen, erfahrenen Ausbilder für sich alleine in häuslicher Umgebung brauchte, habe ich langjährige Alleinerziehende nun einen Lebensgefährten.



Er ist genauso „hundeverrückt“ wie der Rest der Familie.
Dalmo und meine Tochter haben in diesem Sommer den Hundeführerschein bestanden und haben nun, obwohl noch Anfänger, schon viel Spaß beim Turnierhundesport.
Gucci und ich lassen es in unserer Gruppe „Basisarbeit mit erwachsenen Hunden“ etwas ruhiger angehen, aber nicht mit weniger Spaß!
Unsere Beiden machen uns jeden Tag nur Freude!

Nachtrag vom 27. Juni 2009

Im Frühsommer 2008 kam Bonny zu uns, zunächst in Pflege, weil ihr schwerkrankes Frauchen sich nicht mehr um sie kümmern konnte. Bonny war über 13 Jahre alt, depressiv, hat ein schwaches Herz und Arthrose. Es sah nicht so aus, als ob sie lange bei uns bleiben würde. Dazu hatte sie eine kinderkopfgroße Geschwulst vor dem linken Hinterlauf, von der nicht klar war, ob es sich um eine Krebs- oder Fettgeschwulst handelte und die sie sehr beim sowieso mühsamen Laufen behinderte.



Um ihr noch ein wenig Lebensqualität zu schenken, ließen wir Bonny operieren. Es war zum Glück "nur" eine Fettgeschwulst und das alte Mädchen erholte sich zusehends und lebte sich gut ein. Nachdem die beiden "Zicken" die Rangfolge geklärt hatten, kehrte Ruhe ein und Dalmo genoss das Leben mit seinen beiden Frauen.



Seit Ostern 2009 gehört Bonny ganz zu uns. Die Erben wollten sie nicht, aber was viel wichtiger ist: Wir hätten sie nie mehr hergegeben! Alles war bestens in unserem kleinen Rudel. Unser quirliges Powerpaket Dalmo bestand die Begleithundprüfung



und er durfte in seinem ersten Turnier starten. Rennen und springen - seine Lieblingsbeschäftigung! Wen störte es da, dass er im 2. Durchlauf vor lauter Tempo und Spaß am Laufen nur ein Hindernis nahm und alle anderen ausließ?



Nur eine Woche später hatte er aus heiterem Himmel einen Rückenmarksinfarkt und war im Bruchteil einer Sekunde querschnittgelähmt. Der schnellen Versorgung mit Cortison durch unseren Tierarzt und einer sofortigen OP am offenen Rückenmark in derselben Nacht in der Tierärztlichen Hochschule Hannover verdankt Dalmo sein Leben.

Langsam lernt er seitdem wieder laufen. Sein Sturkopf und seine Sportlichkeit helfen ihm dabei. Die Rampe, die ihm einen mühelosen Zugang zum Garten ermöglicht, kann er bei Sonnenschein genießerisch zweckentfremden.



Zweimal pro Woche trainiert er seine Muskulatur und seine Koordination auf einem Wasserlaufband,



bekommt Reizstrombehandlung und Massagen.



Die Neurologin ist zuversichtlich, dass -wenn weiterhin alles gut geht-Dalmo in einem Jahr wieder am Joggen teilnehmen kann.

Wir sind einfach nur glücklich, dass wir unseren Jungen nicht verloren haben und unser kleines Rudel uns so viel Freude bereitet.



Nachtrag zum Steckbrief am 19. Januar 2010

Leider musste unsere Bonny Anfang September 2009 den Weg über den Regenbogen antreten. Wir waren sehr traurig, aber auch dankbar für die schöne Zeit, die wir mit ihr noch verbringen durften und die länger war, als wir anfangs zu hoffen gewagt hatten.

Ganz sicher wäre es Bonny recht gewesen, dass sich wieder ein Hundemädchen um ihren Schatz Dalmo kümmert und ihr Körbchen nicht leer bleibt. Und so zog am 9. November 2009 (Lavina-)Dina bei uns ein. Mit ihrer 4 1/2 järigen Lebenserfahrung und ihrer sanften, diplomatischen Art hat sie sich schnell gut eingelebt und integriert. Nachdem Dalmo sich nach ein paar Tagen, in denen er sehr zurückhaltend war, daran gewöhnt hatte, dass Dina nicht blond ist ;-))) wie Bonny, ist aus den Beiden ein neues Dreamteam entstanden.



Gucci ist beeindruckt und ganz entspannt, weil Dina die Hundesprache ganz problemlos, auch lautlos, nur mit Blickkontakt, versteht. Da das nicht selbstverständlich ist, freuen wir uns umso mehr über die friedliche Co-Existenz der beiden Damen.



Leben in einem Sechserrudel mit 18 Beinen war die absolut richtige Entscheidung!



Nachtrag vom September 2011

Es hat eine Weile gedauert, bis ich in der Lage war, darüber zu schreiben, dass Gucci nicht mehr bei uns ist, denn in meinem Herzen ist sie noch immer so lebendig und stets präsent.



Am 5. Juli 2011 war der vernünftige Moment gekommen, das Mädchen über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen. Der Verstand sagte, dass jeder weitere Tag für sie zunehmend Schmerzen und Qual bedeuten würde. Wie schwer diese Entscheidung ist, wissen Alle hier, aber es ist der letzte Liebesdienst, den wir unseren geliebten Vierbeinern erweisen können.
Dalmo und Dina waren in den Wochen danach sichtlich verwirrt. Die Chefin war nicht mehr da! Niemand, der das Zeichen gab, gemeinsam Leckerchen einzufordern. Niemand, der das Kommando gab, am Zaun zu bellen. Niemand, der pünktlich um 17.30 das Signal zum Gruppentanz mit Gesang gab, damit um 18.00 das Futter serviert wurde. Niemand, der mit einem Blick die Rangordnung wieder herstellen und sichern konnte. ...
Völlig unerwartet übernahm aber nach 4 Wochen Dalmo die Chefposition.



Dina ist es recht so, sie hat keine Führungsansprüche, ist froh, wenn sie unbeschwert in den Tag hinein leben kann.



Die Lücke, die Gucci bei uns Zweibeinern hinterlassen hat, scheint nicht kleiner zu werden. Nach und nach fällt auch allen Schulklasse auf, dass Gucci schon lange nicht mehr in der Schule war und sie sind sehr betroffen, wenn sie hören, dass sie auch nie mehr kommen wird. Sie war eine sehr gute Freundin und etwas ganz Besonderes.

Wenn wir irgendwann den freien Platz bei uns einem anderen Hund geben, dann wird an ihn oder sie nie die Erwartung gestellt werden, Gucci zu ersetzen. Ein anderer Hund wird das Recht haben auf sein eigenes Leben, seine eigene Persönlichkeit, seine eigenen Stärken und Schwächen. Auf seine oder ihre eigene Art wird auch dieser Hund etwas ganz Besonderes sein!


Nachtrag im Dezember 2011

Das Trio ist wieder komplett! Unser Mäuschen Shari(-Irina) ist am 23.10.2011 sicher bei uns gelandet.



Den Namen hatten wir vor ihrer Ankunft wegen des schönen Klangs ausgesucht, aber dann habe ich die Bedeutung von Shari in drei verschiedenen Sprachen im Internet gefunden: ungeschliffener Diamant



Die Beschützte



und Prinzessin.



Treffer! Das passte.
Innerhalb weniger Tage passte sie sich in unser Rudel ein und wurde akzeptiert, als wäre sie schon immer da gewesen.



Innerhalb eines Monats hatte sie 1 kg zugenommen, worüber wir sehr froh waren. Dalmo und Dina sind erleichtert, dass der Chef(in)posten wieder von jemand besetzt ist, die das Amt gern ausübt. Shari meldet Besucher an, macht nachbarschaftliche Konversation am Zaun mit anderen Vierbeinern, weiß, wann es Zeit fürs Abendessen ist, erinnert mich an das allmorgendliche Leckerchen und ist in der Lage, Dalmo und Dina zu wirklich Allem zu motivieren.



Nachtrag vom 8. April 2013

Es hat wieder mal eine Weile gedauert, bis ich die Änderungen in meinem Steckbrief verschriftlichen konnte, denn ganz offensichtlich war das Jahr 2012 nicht das beste und erfreulichste für uns.
Die Liebe der Zweibeiner kommt und geht und manche Zweibeiner gehen dann auch.
Die Liebe der Vierbeiner dagegen ist unendlich, doch das Schicksal ist ganz und gar nicht immer fair. Unser geliebter Junge Dalmo musste uns ziemlich unerwartet im Dezember 2012 verlassen und über die Regenbogenbrücke gehen. Er wäre so gern noch länger geblieben und er fehlt uns sehr. Unerwartete Schicksalsschläge treffen besonders hart!
Zurückgeblieben ist ein reiner Weiberhaushalt, ein eingespieltes, harmonisches Team, bei dem Dina und Shari Ton angebend sind.