Anna von Max


Anna von Max
Alter: schon über 50
Aufenthaltsort: ca. 50 km von Nürnberg in der "Fränkischen Schweiz"
1 Hund, 3 Kaninchen


Liebe KGler,

KG kennengelernt habe ich durch die WDR-Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" Anfang 2010. Seitdem bin ich eine Patentante und regelmäßige Leserin der Homepage (manchmal fast schon ein bißchen süchtig nach "Aktuelles").

Den Steffi versprochenen Steckbrief hab ich immer etwas vor mir hergeschoben, aber jetzt ist hier endlich mein "tierischer Lebenslauf":

Schon als Kind habe ich mich zu Tieren und ganz besonders zu Hundem hingezogen gefühlt. Am liebsten hätte ich so einen Schäferhund gehabt wie Arco von Tante Marie.
Leider hatten meine Eltern für meine "Hundeliebe" wenig Verständnis und so habe ich es während meiner Schulzeit nur zu zwei Goldhamstern -Flori und Susi- und einer Steiff-Tiersammlung gebracht.
Während des Studiums und in den ersten Berufsjahren war ein eigenes Haustier kein Thema, ich hab mich aber immer über alle Begegnungen mit Hund, Katze, Kaninchen gefreut.

Und 1990 war es dann soweit: Ein Zwergkaninchen aus der Zoohandlung wurde angeschafft (ich muß gestehen, dass ich damals noch nicht wußte, dass man Kaninchen nicht allein halten soll). Nicki, eine rotbraune Kaninchendame mit Stehohren hat mein Leben fast sieben Jahre geteilt; sie am Abend zu streicheln oder auch nur zu beobachten war Entspannung pur.
Auf Nicki folgten noch Bonnie, Dandelion und Molly. Und jetzt teile ich den Fernsehsessel mit Karoline, Flöhchen und Fridolin, die für einen Hobbyzüchter aus der Nachbarschaft "wertlos" waren.

Mein"Hundeleben" begann Mitte der 90erJahre nach dem Umzug von München nach Bayreuth als Gassigängerin im Tierheim. Dort wurde mir ein blinder Australian Shepherd-Mix anvertraut (Dutschi war im Winter auf einer Landstrasse ausgesetzt worden und dementsprechend verstört) und die Spaziergänge mit ihm wurden bald zu einem festen Bestandteil meines Lebens. Als aufgrund einer beruflichen Veränderung auch noch die Zeit am Wochenende knapp wurde, hat Dutschi für seine letzten Jahre gottseidank noch ein schönes Zuhause gefunden.

Im Frühjahr 2000 habe ich es endlich wieder ins Tierheim geschafft und mein damaliger Freund hat sich sofort in Max, einen eineinhalb Jahre alten Hovawart-Mix, verguckt. Nach einer kurzen Bedenkzeit haben wir Max aus dem Tierheim geholt. Max lebte zunächst bei meinem Freund in Berlin, aber im Lauf des Sommers fiel mir der Abschied von Max nach jedem gemeinsamen Wochenende immer schwerer und als mein Freund schwer erkrankte, zog Max Ende 2000 endgültig zu mir und wir waren seitdem unzertrennlich.

Wir hatten das große Privileg, dass Max mich zum Dienst begleiten und unter meinen Schreibtisch seinen Büroschlaf halten durfte. Auch im Urlaub war Max immer dabei. Ich wüßte manchmal gern, wieviele Kilometer wir zusammen gelaufen sind.

2007 wurde ich aus gesundheitlichen Gründen frühpensioniert. In dieser schwierigen Zeit mit vielen menschlichen Enttäuschungen war Max mein bester Therapeut. Er war immer für mich da, hat mich aufgemuntert und die Spaziergänge mit ihm waren für mich die schönsten Stunden des Tages.

Inzwischen bin ich in meinen Heimatort zurückgezogen, ich habe alte Bekannte wiedergetroffen und neue Freunde gefunden, sodass ich trotz meiner chronischen Schmerzen mit meinen Leben ganz zufrieden bin.
Vor allem aber bin ich dankbar für die Jahre mit Max, der mir so viel Liebe geschenkt hat.





Am 19.12. 2010 hat sich Max auf den Weg zu Linda`s Gänsekeulenbude gemacht. Max war alt -12Jahre und 4 Monate-, aber trotzdem war es ein Schock für mich.
Mir ging es danach gesundheitlich so schlecht, dass ich es nicht geschafft habe, die 400km zu Steffi zu fahren, um -wie ich es mir gewünscht hätte- einen Körbchensucher zu adoptieren. Deshalb bin ich weiter nur Patentante bei KG, aber mit ganzem Herzen.

Ein Leben ohne Hund ging aber auch nicht, und so ist Ende Januar ein 6-jähriger Maremmano aus einem römischen Canile, der schon hier in der Nähe auf einer Pflegestelle war, bei mir eingezogen.
Es tut gut zu sehen, wie Flock sich über jeden Gassigang freut, seine Streicheleinheiten genießt und allmählich seine Angst vor fremden Menschen verliert, wobei er Männern gegenüber wahrscheinlich immer zurückhaltend bleiben wird. Wir sind inzwischen ein ganz gutes Team geworden und ich möchte Flock nicht mehr missen, auch wenn er nach Maremmanoart sehr stur sein kann.





Trotzdem bleibt die Trauer um Max, der mich durch schwere Zeiten begleitet hat und der für mich immer ein ganz besonderer Hund bleiben wird.