Die Schwabenheimer




SIE:
- Ein Kind der wilden 60er, geboren in Mainz
- Aufgewachsen mit Hella (eine Strubbel-Terrier-Mix-Hündin aus dem Tierheim, die die Gäste des Hauses in Angst und Schrecken versetzte, unglaublich treu war und doch jede Gelegenheit zum Ausbüchsen nutzte, um nach Stunden oder Tagen, mit oder ohne Hasen im Maul, immer aber mit einer tiefen Zufriedenheit und einem unbeschreiblichen Duft im Fell wiederzukommen; ihr verdankt das elterliche Anwesen den Anschein eines Hochsicherheitstraktes) und Othello (ein schwarzer Hovawart, der sowohl seiner Rassebeschreibung – ein Wächter des Hofes und Häuptling der Wiesen, der keinerlei Jagdambitionen zeigt – als auch seinem Namen – schwarz, schön und eifersüchtig – in jeder Hinsicht gerecht wurde)
- Titel: Maître de cuisine et maître de plaisir von Niko und Melina
- Motto: „Es ist gar nicht so leicht, ein guter Hund zu sein.“ (Andrew de Prisco)



ER:
- Auch nicht mehr ganz jung, geboren in Mainz
- Aufgewachsen mit Scotty (ein schwarzer Cockerspaniel, der seine mangelnde Lernfähigkeit bezüglich der Länge seiner Ohren mit viel Liebe wettmachte und IHM stets ein guter Kumpel war), Tiffi (eine kleine, schwarze, quirlige Katze mit großem Jagdtalent und Freiheitsdrang, vor der weder Mäuse noch Enten sicher waren, scheu und verschmust zugleich) und Cäsar (Tiffis dunkelgrau getigerter Sohn, der von seiner Mutter nicht viel geerbt hatte: er war riesig, recht faul, liebte Wasser und Katzenhaarallergiker und hatte recht große Angst vor der Welt „da draußen“)
- Titel: Göttergatte
- Motto: „Natürlich kann man ohne Hund leben - es lohnt sich nur nicht.“ (Heinz Rühmann)



Unser erster gemeinsamer Hund: Resi, eine spanische Dackel-Pinscher-Mix-Dame. Sie kam im Alter von ca. sechs Jahren über einen Tierschutzverein der Gegend zu uns. In ihren Augen schienen die Antworten auf alle Fragen der Menschheit zu stehen, und in ihrem Stammbaum hatte eindeutig auch eine Katze mitgemischt: Resi hatte nicht „Herrchen“ und „Frauchen“, Resi hatte Personal. Ganz Spanierin, liebte sie es, in der Sonne zu liegen, aber bitte mit Komfort. Es genügte einer dieser Blicke ihrerseits, und man beeilte sich, ihr eine weiche Unterlage auf den Sonnenfleck im Hof zu legen oder den Teppich an die richtige Stelle im Wohnzimmer zu ziehen. Rufe und Aufforderungen nahm sie gelegentlich zur Kenntnis, noch gelegentlicher befand sie diese einer Reaktion würdig. Kein Mensch mit ein wenig Hundeverstand wäre auf die Idee gekommen, ihr „Platz!“ oder „Gib Pfote!“ beibringen zu wollen, und die Geschichten über ihre Sturheit sind noch heute in unseren Familien legendär. Sie war eine große Persönlichkeit – und wir sehr glücklich, zehn Jahre lang ihr geschätztes Personal sein zu dürfen.



Zu Resi kam nach drei Jahren Fine hinzu. Fine war ein karamellfarbenes acht Jahre altes Kurzhaardackelmädchen, das als „Notfell“ mit einem Lebendgewicht von 13,5 Kilogramm, völlig vergammelten Zähnen, einer offensichtlich unschönen Vergangenheit und irgendwie fern vom Leben zu uns kam. Doch im gleichen Maße, wie sie Kilos und leider auch Zähnchen verlor, fand sie in ihr Hundeleben zurück, ein Leben mit Mauselöchern, ihrer Resi, wunderbaren stinkigen Dingen, Karotten, grünen Wiesen und einem Rudel, das sie nie, aber auch wirklich nie wieder verlieren wollte. Und niemand, der einmal gesehen hat, wie Fine „ihr“ Herrchen anschaute, kann diesen Blick je vergessen. Doch auch Finchen musste uns irgendwann verlassen.



Am 29. Juli 2008 zog Niko (Noriko aus Tirnau) bei uns ein. Wir blieben KG treu, und so kam am 10. Juli 2011 Melina (Eloisa aus Almendralejo) in unser Rudel. Beide sind den KG’lerinnen und KG’lern von einigen Hundetreffen und der ein oder anderen Geschichte bekannt, sollen hier aber natürlich ebenfalls vorgestellt werden:

Niko:
- geb. 2006 in Tirnau, Slowakei
- Titel: Prinz von Schwabenheim und Prince of Denmark
- Motto: Es kann nur einen geben!





Melina:
- geb. 2010 in Almendralejo, Spanien
- Titel: ES, das kleine schwarze Boxermixmädchen
- Motto: „Nahrung, die nicht vor dir wegläuft und die dich nicht angreift, ist vermutlich gut verdaulich.“ (Christa Schyboll)





Die beiden sind wundervolle Hunde. Was soll ich über sie sonst noch schreiben? … Ein Buch vielleicht.

Bis dahin bleiben einfach die kleinen Geschichten, die kleinen Augenblicke an jedem Tag – ein zufriedenes Lächeln von Niko, ein sanfter Blick von Melina, die beiden aneinandergekuschelt auf dem Sofa schlafend – von denen ich mir wünsche, sie für immer in mir herumtragen zu dürfen.